Was ist ein Insekt? – Teil 2

Was ist eigentlich ein Insekt? Denn fast überall trifft man sie. Egal ob in Sümpfen oder Wüsten, ob auf Bergen oder in Seen und Flüssen. Einige sind unübersehbar, bei andere Wiederrum muss man genau hinschauen, um sie zu entdecken. 

Doch wie im ersten Teil der Video-Reihe festgestellt, vereinen alle Insekten bestimmte Merkmale, die sie von anderen Gliederfüßern abgrenzen. Und diese Merkmale schauen wir uns einmal genauer ansehen. 

In diesem Teil widmen wir uns dem zweiten Segment des Imago-Körpers.
Also dem Brustabschnitt.

Wie bei uns Menschen, folgt der Brustabschnitt direkt nach dem Kopf und sitzt damit in der Mitte des Insektenkörpers. 

Wie der gesamte Körper, lässt sich auch der Brustabschnitt in drei Segmente unterteilen. 

Die Vorderbrust (Prothorax), die  Mittelbrust (Mesothorax) und die Hinterbrust (Metathorax). 

Jedes dieser Abschnitte trägt jeweils ein Beinpaar. Nicht alle Insekten haben Flügel, doch sollten welche vorhanden sein, sitzt diese jeweils am zweiten und dritten Segment.
Bei manchen Fluginsekten sieht man es nicht auf den ersten Blick, doch im Normalfall sind 4 Flügel vorhanden. 

In den letzten Jahrmillionen hat sich das offenbar besser bewährt oder es ist noch ein evolutionärer Prozess? 

Denn schaut man sich die einzelnen Ordnungen genauer an, ist zu erkennen, dass es einige Insektenarten gibt, die bereits morphologisch, also durch Rückbildung von Flügeln oder physiologisch, heißt durch Nutzung nur eines Paares oder durch Nutzung beider Flügelpaare wie eines, wieder zur 2-Flügligkeit zurückgekehrt sind.

So die treffend bezeichnete Ordnung der Zweiflügler, zu denen beispielsweise Fliegen gehören. Bei ihnen sind die Hinterflügel zu sogenannten Schwingkölbchen zurückgebildet worden. Diese bilden eine Art Gleichgewichtsorgan, dank derer sich das Insekt beim Fliegen im Raum orientieren kann.

Käfer fliegen mit ihren Hinterflügeln. Die Vorderflügel haben sich zu festen Flügeldecken entwickelt, die über dem Hinterleib gelegt werden können, um unter anderem die zarten Hinterflügel in Ruhestellung zu schützen. 

Wanzen und Heuschrecken sind wiederum auf dem halben Weg. Ihre Vorderflügel sind zwar nicht so fest wie die der Käfer, aber sie sind ledrig verstärkt und werden immer noch aktiv zum Fliegen mitbenutzt.

Aber wie sind die Flügel überhaupt aufgebaut?:

In den meisten Fällen sind die Flügel durchsichtig und mit 0,1 mm Dicke, relativ zart.
Sie werden von vielen Adern durchzogen, von denen manche hohl sind, sodass Blut durchströmen kann. Doch ob hohl oder nicht, sie versteifen die Flügel. Dieses Adernetzwerk wird häufig zur Artbestimmung genutzt, da es sehr individuell für jede Insektenart angelegt ist. 

Nicht bei allen Ordnungen sieht man die Adern sofort. Bei manchen Insekten sind die Flügel nämlich behaart oder mit Schuppen überzogen. Bei Schmetterlingen zum Beispiel wird die Äderung durch farbenprächtige Schuppen verdeckt. Auch wenn sie noch mehr aufgaben erfüllen, so sind sie, ebenso wie die Behaarung, wichtig für die Flugeigenschaften und stabilisieren den Flügelschlag.

Doch Insekten können auch laufen und manche können das besser als sie fliegen.
Da an jedem Brustsegment ein Paar Beine ansetzten, haben Insekten 6 davon. 

Allerdings haben manche Insekten ihre Vorderbeine spezialisiert. So die Fangschrecken, die diese zu Fangbeine umgebildet haben. Oder Edelfalter, die ihre Vorderbeine zum Putzen benutzend und nicht mehr zur Fortbewegung.  

Eine generelle Ausnahme bilden die Libellen. Ihre Beine sind zur Bildung eines Fangkorbs so weit nach vorn gedreht, dass sie zum Fortbewegen ungeeignet sind.

Doch in fast allen Fällen weist das Insektenbein eine Gliederung auf.

Es Gliedert sich immer in Hüfte, Schenkelring, Schenkel, Schiene, Fuß und die Krallen.

Neben den Krallen sitzt bei manchen Insekten am Fuß ein zusätzliche Haftapparat. Die Krallen geben dem Insekt zwar an rauen Oberflächen einen solchen Halt, dass sie ohne Probleme senkrecht an einer Pflanze hinauf laufen oder an der Zimmerdecke verharren können. An glatten Oberflächen, wie bspw. einer Glasscheibe rutschen aber jede Krallen ab. Um auch solche Oberflächen überwinden zu können, können ihre Krallen wegklappen werden. Nun kommt ein weicher, mit feinen Härchen besetzter Haftlappen zum Einsatz. Er besitzt starke Adhäsionswirkung, sodass das Insekt sicher an jeder Glasscheibe gehalten wird.

Neben den einfachen Beinen, haben sich unzählige andere Arten von Insektenbeinen entwickelt. Immer mit der gleichen Gliederung, aber optimiert auf die jeweilige Lebensart des Insekts. So finden wir Sprungbeine, Grabbeine, Fangbeine oder auch Schwimmbeine.  

Wie man sieht, ist der Thorax also das Bewegungszentrum eines Insekts. 

Schauen wir kurz ins Innere. Der Thorax ist hauptsächlich mit Muskeln ausgefüllt und wesentlich starrer als der Hinterleib. Abgesehen von der Flügelbasis, die ungemein elastisch ist. Damit sich Flügel überhaupt bewegen können, haben sich zwei verschiedene Mechanismen entwickelt. Die direkte und die indirekte Flugmuskulatur.
Da die Muskulatur allein schon solch ein komplexes und spannendes Thema ist, heben wir uns das für ein neues Video auf.

Natürlich lässt sich über alles noch so viel mehr erzählen. Das machen wir auch noch. Allerdings in kommenden Beiträgen auf dieser Seite und YouTube. Dann können wir wesentlich genauer und tiefer in einzelne Bereiche eingehen. 

Schau dir gern unsere anderen Videos auf dem Kanal an, wie zum Beispiel den ersten Teil der Reihe, in dem wir uns den Insektenkopf genauer anschauen. Und wenn du zukünftig kein neues Thema verpassen möchtest, vergiss nicht zu abonnieren und die Glocke zu aktivieren. 

Bis zum nächstenmal !

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