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Roesels Beißschrecke

(Roeseliana roeselii)

Die Roesels Beißschrecke ist eine weit verbreitete Langfühlerschrecke Mitteleuropas aus der Gruppe der Beißschrecken. Sie gehört zu den häufigsten Heuschreckenarten und ist leicht am markanten Gesang der Männchen zu erkennen.

Wo begegnet dir diese Art?

  • Auf nicht zu intensiv genutzten Wiesen, Wegrändern und Strassenböschungen mit hoher Vegetation. 

  • In feuchtem Grünland, Randbereichen von Flachmooren und Hochstaudenfluren. 

  • Aktiv von Juni bis Oktober, oft noch im Herbst sichtbar. 

  • In Gärten, extensiv genutzten Weiden und brachliegenden Flächen mit hohem Gras.

Nahrung

Die Art ernährt sich überwiegend von Gräsern und krautiger Vegetation, gelegentlich werden auch kleinere Insekten gefressen.

Struktur

Wichtig ist eine dichte, hochwüchsige Vegetation, wie sie in extensiv genutzten Wiesen, Wegrainen oder Randbereichen vorkommt.

Entwicklung

Wichtig ist eine dichte, hochwüchsige Vegetation, wie sie in extensiv genutzten Wiesen, Wegrainen oder Randbereichen vorkommt.

Mikroklima

Weibchen legen ihre Eier in markhaltige Pflanzenstängel ab; die Larven schlüpfen im Frühjahr und durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien bis zum ausgewachsenen Tier.

Häufige Irrtümer

„Das ist nur noch eine andere Heuschrecke wie viele.“
Roeseliana roeselii besitzt einen charakteristischen, summenden Gesang, der vor allem im Spätsommer auf Wiesen prägend ist. 

„Sie lebt nur in sehr speziellen Lebensräumen.“
→ Die Art ist sehr flexibel und besiedelt viele Grünlandtypen von trocken bis feucht mit ausreichender Vegetation. 

„Die Larven fressen nur Pflanzen.“
→ Während die Nahrung überwiegend pflanzlich ist, werden gelegentlich auch kleinere Insekten aufgenommen.

Vertiefung
Die folgenden Abschnitte vertiefen Biologie, Verhalten und ökologische Zusammenhänge.

Erkennungsmerkmale

Roesels Beißschrecke ist eine mittelgroße Langfühlerschrecke, deren Körper meist grün oder braun gefärbt ist. Besonders auffällig sind die hellen, gelblich-weißen Seitenkiele am Halsschild, die sich deutlich von der dunkleren Oberseite absetzen. Eine breite, dunkle Seitenbinde verläuft entlang des Körpers. Die Flügel sind meist kurz und lassen die Tiere flugunfähig erscheinen, doch gelegentlich treten auch Individuen mit langen Flügeln auf. Besonders markant ist der charakteristische, gleichmäßige Gesang der Männchen, der entfernt an das Rattern einer Nähmaschine erinnert und an warmen Tagen weithin hörbar ist.

Lebensraum/Verbreitung

Diese Heuschreckenart ist in weiten Teilen Europas verbreitet und kommt vor allem im Tiefland und Hügelland vor. Roesels Beißschrecke bevorzugt frische bis mäßig feuchte Wiesen, Wegränder, Gräben, Uferbereiche und auch extensiv genutztes Grünland. Sie ist durchaus anpassungsfähig und kann sogar auf begrünten Flächen in Siedlungsnähe vorkommen, solange genügend hohe Vegetation und strukturreiche Wiesen vorhanden sind.

Lebensweise/Verhalten

Die adulten Tiere sind in der Regel von Juni bis Oktober aktiv. Sie halten sich meist auf Halmen und anderen höheren Pflanzenteilen auf, von wo aus die Männchen ihren unverwechselbaren Gesang vortragen, um Weibchen anzulocken und ihr Revier zu markieren. Die Nahrung besteht überwiegend aus Gräsern und anderen krautigen Pflanzen, gelegentlich werden auch kleine Insekten gefressen. Bei Gefahr suchen die Tiere blitzschnell Schutz im dichten Gras.

Rolle im Ökosystem

Roesels Beißschrecke spielt eine wichtige Rolle im Nahrungsnetz von Wiesenlebensräumen. Sie dient zahlreichen Vogelarten, Spinnen und Kleinsäugern als Nahrung und trägt dazu bei, das ökologische Gleichgewicht zwischen Pflanzen und tierischen Bewohnern der Wiese zu erhalten. Als typischer Bewohner extensiver Wiesenlandschaften gilt sie zudem als Bioindikator für naturnahe Lebensräume.

Gefährdung/Schutz

In Deutschland und Mitteleuropa gilt die Art als ungefährdet; Bestände stabil bis deutlich zunehmend, langfristiger Trend positiv

Wissenswertes/Funfacts

Der Gesang der Männchen ist so laut, dass er selbst aus mehreren Metern Entfernung noch deutlich wahrgenommen werden kann – wobei ältere Menschen ihn manchmal nicht mehr hören, da die Frequenz für das menschliche Ohr mit zunehmendem Alter schwerer wahrnehmbar ist. In besonders warmen Sommern oder bei hoher Populationsdichte treten häufiger langflügelige Tiere auf, die dann tatsächlich fliegen können und so neue Lebensräume erschließen. Kurios: Während der Balz überreichen die Männchen den Weibchen ein sogenanntes „Paarungsgeschenk“ in Form eines nahrhaften Spermatophylax.

Weiterführende Links

Diese Art ist Teil des Insecticon-Quartetts.