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Grünes Heupferd

(Tettigonia viridissima)

Das Große Grüne Heupferd ist eine der größten und auffälligsten heimischen Heuschreckenarten. Trotz seiner Größe bleibt es oft unentdeckt, weil es sich gut im hohen Grün verbirgt und meist erst durch seinen lauten Gesang auffällt.

Wo begegnet dir diese Art?

  • In hochwüchsigen Wiesen, Säumen, Hecken und Feldrändern

  • Häufig in strukturreichen Landschaften mit viel Vegetation

  • Meist in der oberen Krautschicht oder in Sträuchern sitzend

  • Vor allem im Hoch- und Spätsommer aktiv

  • Oft gehört, aber erst spät oder gar nicht gesehen

Nahrung

Die Art ist omnivor, überwiegend räuberisch auf kleine Insekten und Larven, frisst aber auch Pflanzenteile.

Struktur

Strukturreiche Vegetation mit Deckung und Jagdmöglichkeiten ist zentral — Wiesen, Strauch- und Waldränder, Wegraine.

Entwicklung

Strukturreiche Vegetation mit Deckung und Jagdmöglichkeiten ist zentral — Wiesen, Strauch- und Waldränder, Wegraine.

Mikroklima

Weibchen legen ihre Eier mit der Legeröhre in den Boden ab, wo sie überwintern und meist erst mehrere Jahre später schlüpfen.

Häufige Irrtümer

„Das Große Heupferd ist ein reiner Pflanzenfresser.“
→ Tatsächlich jagt es aktiv andere Insekten.

„Die lange Legeröhre ist gefährlich.“
→ Die Ovipositor dient nur der Eiablage im Boden und ist für Menschen nicht gefährlich.

„Heupferde leben nur am Boden.“
→ Sie halten sich häufig in höherer Vegetation oder Sträuchern auf.

Vertiefung
Die folgenden Abschnitte vertiefen Biologie, Verhalten und ökologische Zusammenhänge.

Erkennungsmerkmale

Tettigonia viridissima, das Große Grüne Heupferd, ist eine der größten Langfühlerschrecken Europas (Weibchen 28–42 mm Körperlänge ohne Legeröhre, Männchen 28–32 mm). Die Körperfärbung ist leuchtend grün mit einer feinen gelblichen Längslinie auf Rücken und Kopf. Die langen, fadenförmigen Antennen sind deutlich länger als der Körper. Die Flügel reichen bei beiden Geschlechtern weit über die Hinterleibsspitze hinaus. Weibchen besitzen eine lange, leicht aufwärts gebogene Legeröhre (Ovipositor) von 23–28 mm Länge, die bräunlich gefärbt ist.

Lebensraum/Verbreitung

Das Große Grüne Heupferd ist in weiten Teilen Europas verbreitet, im Norden bis Südskandinavien und im Osten bis Westasien. Es bewohnt sonnige, strukturreiche Lebensräume wie Wiesen, Brachen, Feldränder, Waldränder, Gebüsche, Hecken und Gärten. Es ist sowohl in der offenen Landschaft als auch in halbschattigen Bereichen zu finden.

Lebensweise/Verhalten

Tettigonia viridissima ist tag- und nachtaktiv und ein ausgeprägter Kletterer, der sich bevorzugt in hoher Vegetation aufhält. Anders als viele Heuschreckenarten ist sie überwiegend räuberisch: Sie ernährt sich von Insekten, Raupen, Spinnen und anderen Kleintieren, nimmt aber gelegentlich auch Pflanzenteile zu sich. Die Männchen erzeugen von Juli bis September ihr lautes, anhaltendes Zirpen durch das Reiben der Vorderflügel. Die Weibchen legen ihre Eier im Spätsommer mit der Legeröhre in den Boden oder in Pflanzengewebe. Die Entwicklung dauert ein Jahr, die Überwinterung erfolgt im Ei.

Rolle im Ökosystem

Als aktiver Jäger trägt das Große Grüne Heupferd zur Regulierung von Insektenpopulationen bei, steht selbst aber auch auf dem Speiseplan von Vögeln, Reptilien und kleinen Säugetieren. Durch seine Größe und Lautstärke ist es eine auffällige Art in sommerlichen Lebensräumen.

Gefährdung/Schutz

Tettigonia viridissima ist in Mitteleuropa weit verbreitet und nicht gefährdet. Sie profitiert von strukturreichen, blütenreichen Landschaften. Eine zu häufige Mahd, Pestizide und Lebensraumverlust können ihre Bestände jedoch lokal verringern.

Wissenswertes/Funfacts

Das Große Grüne Heupferd ist mit seiner Länge von bis zu 6 cm (inklusive Legeröhre) ein echter „Riese“ unter den heimischen Heuschrecken. Sein lautes, ununterbrochenes „Zirrren“ kann an warmen Sommerabenden über 50 Meter weit gehört werden. Obwohl es zierlich wirkt, ist es ein gefürchteter Jäger im Gras – selbst Bienen oder kleine Schmetterlinge werden nicht verschont. Durch seine kräftigen Kiefer kann es sogar leicht zwicken, was jedoch für Menschen harmlos ist.

Weiterführende Links

Diese Art ist Teil des Insecticon-Quartetts.