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Goldglänzender Rosenkäfer

(Cetonia aurata)

Der Goldglänzende Rosenkäfer ist ein mittelgroßer, metallisch grün bis goldfarbener Käfer, der im Sommer häufig auf Blüten zu sehen ist. Er gehört zur Gruppe der Rosenkäfer und verbindet eine auffällige Erscheinung mit einer doppelt ökologischen Rolle: als Blütenbesucher und als Nährstoff-Rezyklierer.

Wo begegnet dir diese Art?

  • Auf blütenreichen Wiesen, in Gärten, Parks und an Waldrändern, besonders im Sommer. 

  • Aktiv bei warmem, sonnigem Wetter von Mai bis Oktober.

  • Häufig auf Blüten von Rosen, Wildrosen, Holunder oder Doldenblütlern. 

  • Erwachsene Käfer fliegen mit ausgeklappten Flügeln auch bei schneller Bewegung.

Nahrung

Die erwachsenen Käfer besuchen Blüten und ernähren sich von Nektar, Pollen und Blütenbestandteilen, gelegentlich auch von überreifem Obst.

Struktur

Offene, warme, blütenreiche Lebensräume wie Wiesen, Gärten oder Waldränder mit reichhaltigem Nektar- und Pollenangebot sind entscheidend.

Entwicklung

Offene, warme, blütenreiche Lebensräume wie Wiesen, Gärten oder Waldränder mit reichhaltigem Nektar- und Pollenangebot sind entscheidend.

Mikroklima

Die Weibchen legen ihre Eier in zersetzende organische Substanz wie Kompost, morsches Holz oder humusreiche Erde. Die Larven entwickeln sich dort über mehrere Jahre und tragen zur Zersetzung und Humusbildung bei.

Häufige Irrtümer

„Das ist nur ein bunter Käfer, der Blumen frisst.“
→ Die Art besucht Blüten als Nektar- und Pollensammler und trägt so zur Bestäubung bei, sie frisst nicht einfach „Blumen“. 

„Rosenkäfer gefährden den Garten massiv.“
→ Einzelne Tiere können Blütenblätter anfressen, sie sind aber kein massiver Schädling und spielen stattdessen eine wichtige Rolle als Bestäuber und Nährstoff-Recycler.

„Die Larven schädigen Pflanzenwurzeln.“
→ Die Larven ernähren sich überwiegend von zersetzender organischer Substanz (Humus, Kompost, morschem Holz), nicht von lebenden Pflanzenwurzeln

Vertiefung
Die folgenden Abschnitte vertiefen Biologie, Verhalten und ökologische Zusammenhänge.

Erkennungsmerkmale

Cetonia aurata, der Goldglänzende Rosenkäfer, ist ein auffällig schillernder Käfer mit einer Länge von etwa 14–20 mm. Die Körperoberfläche ist metallisch grün glänzend, gelegentlich mit goldenem oder kupferfarbenem Schimmer. Typisch sind die weißen, unregelmäßigen Querstreifen und Flecken auf den Flügeldecken. Der Körper ist eher flach und breit, die Unterseite ebenfalls metallisch grün. Die Käfer können im Flug ihre Flügeldecken geschlossen halten – ein ungewöhnliches Merkmal unter Käfern.

Lebensraum/Verbreitung

Der Goldglänzende Rosenkäfer ist in ganz Europa bis nach Westasien verbreitet und kommt bevorzugt in Gärten, Parks, Obstwiesen, Waldrändern und auf blütenreichen Wiesen vor. Er ist oft auf blühenden Sträuchern wie Holunder, Weißdorn, Rosen, oder auch an Doldenblütlern und verschiedenen Zierpflanzen zu sehen.

Lebensweise/Verhalten

Cetonia aurata ist tagaktiv und fliegt bei warmem, sonnigem Wetter elegant und laut brummend von Blüte zu Blüte. Die erwachsenen Käfer ernähren sich vor allem von Pollen und Nektar, gelegentlich auch von Blütenblättern oder reifen, überreifen Früchten. Die Larven entwickeln sich im Boden, meist in Kompost, verrottendem Holz oder in Humus und ernähren sich von pflanzlichem Detritus. Die Entwicklung der Larven dauert meist zwei bis drei Jahre, ehe sie sich verpuppen und der erwachsene Käfer schlüpft. Die Art ist meist von Mai bis August sichtbar.

Rolle im Ökosystem

Cetonia aurata ist ein wichtiger Bestäuber vieler Blütenpflanzen. Als Larve trägt er zum Abbau von organischem Material und zur Humusbildung bei. Erwachsene Käfer sind eine gelegentliche Nahrungsquelle für Vögel, Kleinsäuger und räuberische Insekten. Insgesamt ist der Rosenkäfer ein typisches Element naturnaher Kulturlandschaften.

Gefährdung/Schutz

Cetonia aurata ist in Deutschland und Mitteleuropa nicht gefährdet. Die Art profitiert von naturnahen Gärten, Komposthaufen und alten Bäumen. Der Verzicht auf Pestizide und das Zulassen von Totholz im Garten helfen dem Rosenkäfer. Ein besonderer Schutzstatus besteht aktuell nicht, dennoch ist der Erhalt strukturreicher Lebensräume wichtig.

Wissenswertes/Funfacts

Der Goldglänzende Rosenkäfer zählt zu den schönsten heimischen Käfern – sein metallischer Glanz macht ihn auf jeder Blüte zum Hingucker. Ein spannendes Detail: Im Gegensatz zu den meisten Käfern hebt Cetonia aurata beim Fliegen die Flügeldecken (Elytren) nicht an, sondern nutzt eine seitliche Spalte, um die Flügel herauszufalten – das sieht besonders elegant aus. Die Larven sind für den Komposthaufen sogar nützlich und sollten nicht mit den Engerlingen des Maikäfers verwechselt werden. Die Käfer sind für Pflanzen praktisch ungefährlich, denn sie fressen nur an überreifen oder beschädigten Blüten und Früchten. In manchen Regionen gelten sie als „Wetterboten“, da sie oft bei warmem, sonnigem Wetter erscheinen. Wer Glück hat, kann sie im Hochsommer mit lautem Brummen bei der Blütensuche beobachten!

Weiterführende Links

Diese Art ist Teil des Insecticon-Quartetts.