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Gewöhnlicher Grashüpfer

(Pseudochorthippus parallelus)

Der Gewöhnliche Grashüpfer ist eine der häufigsten Feldheuschrecken Mitteleuropas. Er gehört zu den Kurzfühlerschrecken und ist wegen seiner weiten Verbreitung und seines typischen „Gesangs“ ein prägender Bestandteil vieler Grasland-Lebensräume.

Wo begegnet dir diese Art?

  • In Grasland, Wiesen, Wegrainen und Waldrändern mit dichter Vegetation. 

  • Bevorzugt in langgrasigen, nicht extrem trockenen oder nassen Flächen. 

  • Auch in extensiv genutztem Grünland, Feucht- wie Fettwiesen und Straßenböschungen. 

  • Aktiv vor allem Juni bis November.

Nahrung

Diese Art ist pflanzenfresserisch und frisst vor allem Gräser, gelegentlich auch krautige Pflanzen.

Struktur

Er lebt in strukturierten Grasland-Vegetationen, die ihm Nahrung, Hiding Spots und Sitzplätze bieten.

Entwicklung

Er lebt in strukturierten Grasland-Vegetationen, die ihm Nahrung, Hiding Spots und Sitzplätze bieten.

Mikroklima

Weibchen legen ihre Eier im Boden ab; die Larven (Nymphen) schlüpfen dort im Frühjahr und durchlaufen mehrere Häutungen.

Häufige Irrtümer

„Das ist einfach irgendein Grashüpfer.“
→ Tatsächlich handelt es sich um eine klar definierte, sehr weit verbreitete Art.

„Grashüpfer brauchen extrem trockene Flächen.“
→ Der Gemeine Grashüpfer kommt auch mit mäßig feuchten Wiesen gut zurecht.

„Alle Grashüpfer sehen gleich aus.“
→ Gerade diese Art wird oft übersehen, weil Unterschiede subtil sind.

Vertiefung
Die folgenden Abschnitte vertiefen Biologie, Verhalten und ökologische Zusammenhänge.

Erkennungsmerkmale

Pseudochorthippus parallelus ist eine mittelgroße Heuschreckenart (Weibchen 18–22 mm, Männchen 14–18 mm). Die Grundfärbung ist meist grün, braun oder grün-braun gemischt, oft mit feinen dunklen Zeichnungen. Charakteristisch sind die parallelen Seitenkiele des Halsschildes (Pronotums), die der Art ihren Namen geben. Die Flügel sind bei Männchen kürzer als bei vielen anderen Heuschrecken und reichen meist nicht bis zur Hinterleibsspitze, bei Weibchen oft noch kürzer. Die Hinterschenkel sind kräftig, außen meist bräunlich mit heller Mittellinie.

Lebensraum/Verbreitung

Der Gewöhnliche Grashüpfer ist in ganz Europa weit verbreitet und eine der häufigsten Heuschreckenarten. Sie besiedelt vor allem Wiesen, Weiden, Wegsäume, Brachflächen, Feuchtwiesen und lichte Waldränder – vom Flachland bis in Gebirgslagen. Sie bevorzugt mäßig feuchte bis feuchte Standorte mit dichter Grasvegetation, kommt aber auch auf trockeneren Wiesen vor.

Lebensweise/Verhalten

Die Art ist tagaktiv und lebt am Boden oder in niedriger Vegetation. Sie ernährt sich vorwiegend von Gräsern und Kräutern. Die Paarungszeit reicht von Juli bis September, in dieser Zeit hört man das leise „Schnurren“ der Männchen, das durch Reiben der Hinterschenkel an den Flügeln entsteht. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier in den Boden ab. Die Entwicklung erfolgt über eine einjährige Generation, die Überwinterung geschieht als Ei. Die Larven (Nymphen) schlüpfen im Frühjahr und entwickeln sich über mehrere Häutungen bis zum adulten Tier.

Rolle im Ökosystem

Der Gewöhnliche Grashüpfer ist eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Vögel, Reptilien, Amphibien und räuberische Insekten. Als Pflanzenfresser trägt sie zur Regulierung der Vegetationsstruktur bei und beeinflusst so das Pflanzenwachstum auf Wiesen.

Gefährdung/Schutz

Der Gewöhnliche Grashüpfer ist in Mitteleuropa weit verbreitet und nicht gefährdet. Die Art profitiert von extensiv genutztem Grünland, leidet aber unter häufiger Mahd, Pestiziden und dem Verlust von Feuchtwiesen. Wiesen mit Staffelmahd und Blühstreifen fördern ihre Bestände.

Wissenswertes/Funfacts

Pseudochorthippus parallelus gehört zu den „Klassikern“ unserer Sommerwiesen: Ihr leises, rhythmisches Schnurren ist an warmen Tagen oft der ständige Hintergrundsound. Die Art ist sehr anpassungsfähig und kann in unterschiedlichsten Wiesenlandschaften überleben, solange es genug Gräser gibt. Durch ihre häufig grüne Färbung ist sie im Gras hervorragend getarnt – entdeckt wird sie meist erst, wenn sie plötzlich mit einem kurzen Sprung davonhüpft. Spannend: In Hochlagen werden die Tiere oft kleiner und dunkler gefärbt, was vermutlich eine Anpassung an kühlere Bedingungen ist.

Weiterführende Links

Diese Art ist Teil des Insecticon-Quartetts.