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Gewöhnliche Bindensandbiene

(Andrena flavipes)

Die Gewöhnliche Sandbiene ist eine weit verbreitete, solitär lebende Wildbiene, die häufig in offenen Lebensräumen vorkommt und durch ihre orange-gelben Sammelbeine auffällt. Sie ist oft eine der häufigsten Sandbienen in Gärten und Grasland.

Wo begegnet dir diese Art?

  • In Gärten, Parks, Feldrainen, Waldrändern und an sandigen oder lehmigen Bodenstellen. 

  • An Kies- oder Sandgruben, an Böschungen oder offenen, wenig bewachsenen Flächen. 

  • Aktiv Frühjahr bis Herbst in zwei Generationen (Frühjahr und Sommer). 

  • Die Art ist häufig in der Nähe von Menschen zu finden, auch in urbanen Grünflächen.

Nahrung

Erwachsene Tiere sammeln Pollen und Nektar von vielen Blüten, ohne starke Spezialisierung auf nur eine Pflanzenart.

Struktur

Offene, sonnige, bodennahe Lebensräume mit geeigneten Blütenpflanzen und lockerem Boden sind entscheidend.

Entwicklung

Offene, sonnige, bodennahe Lebensräume mit geeigneten Blütenpflanzen und lockerem Boden sind entscheidend.

Mikroklima

Weibchen graben Erdnester in sandigem oder lehmigem Boden, oft in lockeren Aggregationen. Die Nester bestehen meist aus einem Hauptgang mit wenigen Brutzellen für Larven.

Häufige Irrtümer

„Das sind kleine Honigbienen.“
→ Es handelt sich um eine eigenständige Wildbienenart.

„Bodenbrütende Bienen brauchen unberührte Naturflächen.“
→ Viele Arten kommen auch in Siedlungsräumen gut zurecht.

„Ein einzelnes Loch im Boden ist kein Nest.“
→ Solche Öffnungen sind oft der Eingang zu einem Bienenbau.

Vertiefung
Die folgenden Abschnitte vertiefen Biologie, Verhalten und ökologische Zusammenhänge.

Erkennungsmerkmale

Andrena flavipes, die Gewöhnliche Bindensandbiene, ist eine mittelgroße Wildbiene (Weibchen 11–13 mm, Männchen 9–11 mm). Weibchen sind dicht behaart, mit bräunlich behaarter Brust (Thorax) und deutlich gelben Hinterleibsseitenbinden, die durch helle, kurze Haare entstehen. Männchen sind schlanker, heller behaart und besitzen längere Fühler. Die Flügel sind leicht bräunlich getönt, die Beine bei beiden Geschlechtern teilweise gelblich behaart.

Lebensraum/Verbreitung

Die Gemeine Sandbiene ist in fast ganz Europa verbreitet und in Mitteleuropa häufig. Sie bewohnt offene, warme Standorte mit lockerem Boden: Gärten, Parks, Wegränder, Brachflächen, sandige Böschungen, Trockenrasen, Feldraine und auch urbane Bereiche. Nistplätze liegen bevorzugt in vegetationsarmen, sonnigen Flächen.

Lebensweise/Verhalten

Andrena flavipes ist solitär, aber oft gesellig nistend: Viele Weibchen legen ihre Erdnester dicht nebeneinander an. Sie fliegt in zwei Generationen pro Jahr (bivoltin): Die erste Generation von März bis Mai, die zweite von Juli bis September. Die Nester bestehen aus senkrechten Hauptgängen mit seitlichen Brutzellen, die mit einem Gemisch aus Pollen und Nektar gefüllt werden. Die Art ist polylektisch, sammelt also Pollen von vielen verschiedenen Pflanzenfamilien, darunter Korbblütler, Kreuzblütler, Schmetterlingsblütler und Lippenblütler.

Rolle im Ökosystem

Die Gewöhnliche Bindensandbiene ist ein wichtiger Bestäuber zahlreicher Wild- und Kulturpflanzen. Durch ihre zwei Generationen pro Jahr trägt sie sowohl im Frühling als auch im Hochsommer zur Bestäubung bei. Ihre Nester und Larven sind Nahrungsquelle für spezialisierte Parasiten wie Kuckucksbienen (Nomada-Arten).

Gefährdung/Schutz

Die Gewöhnliche Bindensandbiene ist aktuell nicht gefährdet und vielerorts häufig. Sie profitiert von offenen, unversiegelten Bodenstellen, Blütenvielfalt und dem Verzicht auf Pestizide. Gefährdend wirken Bodenversiegelung, Verlust offener Sandflächen und blütenarme Landschaften.

Wissenswertes/Funfacts

Andrena flavipes ist eine der häufigsten Sandbienenarten Mitteleuropas – wer im Frühling oder Spätsommer sonnige Sandwege oder Böschungen beobachtet, hat gute Chancen, sie zu entdecken. Besonders auffällig ist ihr „Streifendesign“ auf dem Hinterleib, das ihr den deutschen Namen „Gelbbindige Sandbiene“ eingebracht hat. Obwohl sie solitär lebt, bilden ihre Kolonien manchmal beeindruckende Kolonien mit Hunderten von Ein- und Ausflügen pro Minute. Die Art ist völlig harmlos und sticht nur in äußerster Bedrängung.

Weiterführende Links

Diese Art ist Teil des Insecticon-Quartetts.