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Blaue Schmeißfliege

(Calliphora vicina)

Die Blaue Schmeißfliege ist eine häufige und weit verbreitete Fliegenart mit metallisch blauem Hinterleib. Sie gehört zur Familie der Schmeißfliegen und fällt durch ihre Farbe und Größe im Alltag oft auf.

Wo begegnet dir diese Art?

  • In Gärten, Parks und an Wegen, auch im Siedlungsraum

  • Häufig um Biomüll, Komposthaufen oder verrottende organische Substanz

  • An Gebäuden und in Häusern, wo sie im Herbst einziehen kann

  • Aktivitäten besonders von Frühjahr bis Herbst sichtbar

  • Oft in der Nähe von Aas oder stark riechenden organischen Stoffen

Nahrung

Erwachsene Tiere saugen mit ihrem Leckrüssel an Nektar, Honigtau und organischen Flüssigkeiten.

Struktur

Die Art kommt in vielfältigen Lebensräumen vor, die organische Ressourcen bieten – von offenen Grünflächen bis in urbane Bereiche.

Entwicklung

Die Art kommt in vielfältigen Lebensräumen vor, die organische Ressourcen bieten – von offenen Grünflächen bis in urbane Bereiche.

Mikroklima

Weibchen legen ihre Eier an frische organische Stoffe, insbesondere Aas oder Fleischreste. Die Larven entwickeln sich dort und fressen sich durch das organische Material.

Häufige Irrtümer

„Diese Fliegen sind harmlose Deko-Fliegen.“
→ Sie sind zwar harmlos im Sinne von nicht giftig, spielen aber eine wichtige Rolle im Abbau toter organischer Substanz und sind keine reinen „Plage-Fliegen“.

„Calliphora vicina ist eine einzelne Art unter vielen gleichartigen Fliegen.“
→ Sie ist besonders durch ihre blaue Färbung und orange Wangen erkennbar und gehört zu den häufigsten Schmeißfliegenarten in Europa.

„Sie verursacht Krankheiten direkt.“
→ Die Art kann Hygieneprobleme anzeigen, weil sie sich an organischem Material aufhält, aber sie ist nicht selbst ein direkter Krankheitserreger.

Vertiefung
Die folgenden Abschnitte vertiefen Biologie, Verhalten und ökologische Zusammenhänge.

Erkennungsmerkmale

Calliphora vicina, auch als Rotbeinige oder Blaugrüne Fleischfliege bekannt, ist eine große Schmeißfliege mit einer Körperlänge von etwa 10–13 mm. Ihr Körper ist auffällig metallisch blau bis blaugrün glänzend, das Gesicht silbrig und die großen Facettenaugen sind rötlich-braun. Charakteristisch sind die rötlichen Schenkel (Femora) der Beine, während die Unterschenkel (Tibien) oft schwarz gefärbt sind. Die Flügel sind klar, bei älteren Tieren leicht bräunlich. Von der ähnlichen Calliphora vomitoria unterscheidet sie sich durch die schwarze Borstenbehaarung auf dem Mittelbruststück (Thorax).

Lebensraum/Verbreitung

Calliphora vicina ist weltweit verbreitet und eine der häufigsten Schmeißfliegenarten Europas. Sie kommt in verschiedensten Lebensräumen vor: Siedlungen, Städte, Gärten, Wälder, Felder, Müllplätze und Stallungen. Besonders häufig ist sie in menschlichen Siedlungsbereichen, da sie als Kulturfolger gilt.

Lebensweise/Verhalten

Die Art ist überwiegend von Frühjahr bis Herbst aktiv, kann aber in Gebäuden ganzjährig vorkommen. Die erwachsenen Fliegen ernähren sich von Nektar, zuckerhaltigen Pflanzensäften und besonders von Aas, tierischen Abfällen und Exkrementen. Zur Eiablage suchen die Weibchen bevorzugt Kadaver oder verwesende organische Materialien auf, in die sie ihre Eier legen. Die Larven (Maden) entwickeln sich rasch und spielen eine wichtige Rolle beim Abbau toter Tiere. Die Entwicklung vom Ei bis zur erwachsenen Fliege kann bei günstigen Temperaturen nur zwei bis drei Wochen dauern.

Rolle im Ökosystem

Calliphora vicina ist ein bedeutender Aas- und Resteverwerter: Ihre Larven sorgen für den schnellen Abbau von Kadavern und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Stoffkreislauf und zur Hygiene in der Natur und im Siedlungsbereich. Die Fliegen dienen außerdem als Nahrung für viele Vögel, Spinnen und Insektenjäger.

Gefährdung/Schutz

Calliphora vicina ist in ganz Europa und weltweit häufig, nicht gefährdet und sehr anpassungsfähig. Sie benötigt keinen besonderen Schutzstatus.

Wissenswertes/Funfacts

Die Blaue Fleischfliege ist ein echter „Pionier“: Sie gehört zu den ersten Insekten, die sich auf frischem Aas einfinden – manchmal schon wenige Minuten nach dem Tod eines Tieres. Ihr Name „Schmeißfliege“ stammt von ihrer Gewohnheit, sich auf alles zu setzen, was duftet – egal ob frisch, faulig oder süß. Besonders spannend: Calliphora vicina ist ein wichtiges „Tatortinsekt“ in der Forensik – aus dem Alter der Maden können Gerichtsmediziner oft den Todeszeitpunkt eines Tieres (oder Menschen) bestimmen. Obwohl sie als „Lästling“ gilt, ist sie ein unverzichtbarer Teil des natürlichen Recycling-Systems.

Weiterführende Links

Diese Art ist Teil des Insecticon-Quartetts.