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Baumhummel

(Bombus hypnorum)

Die Baumhummel ist eine weit verbreitete, sozial lebende Hummelart, die sich besonders gut an oberirdische Nistplätze anpasst. Sie wirkt wegen ihres Farbkleids (braun-schwarzer Thorax, schwarzer Hinterleib mit weißer Spitze) sehr charakteristisch.

Wo begegnet dir diese Art?

  • In Gärten, Parks, an Waldrändern und in lichten Wäldern. 

  • In Siedlungsnähe, da sie häufig künstliche Nistmöglichkeiten nutzt. 

  • In Vogelnistkästen, Dachräumen, Mauerspalten oder Nischen über dem Boden. 

  • Aktiv in der Saison von Frühjahr bis Spätsommer, oft bis Ende August.

Nahrung

Baumhummeln sammeln Nektar und Pollen von vielen verschiedenen Blüten wie Brombeeren, Lippenblütlern, Rosengewächsen und anderen Garten- und Wildpflanzen.

Struktur

Strukturreiche Landschaften mit Blütenangebot und geeigneten oberirdischen Nistplätzen — alte Baumhöhlen, Nischen in Gebäuden oder Nestkästen.

Entwicklung

Strukturreiche Landschaften mit Blütenangebot und geeigneten oberirdischen Nistplätzen — alte Baumhöhlen, Nischen in Gebäuden oder Nestkästen.

Mikroklima

Im Gegensatz zu den meisten Hummeln nistet Bombus hypnorum oberirdisch (z. B. in Vogelnistkästen, Mauerspalten, Dachräumen oder Höhlen).

Häufige Irrtümer

„Baumhummeln sind aggressiv.“
→ In Nestnähe zeigen sie ein ausgeprägtes Verteidigungsverhalten, das meist auf Annäherung zurückzuführen ist.

„Anfliegende Hummeln wollen stechen.“
→ Das wiederholte Anfliegen oder Anstoßen dient der Warnung und nicht dem Angriff.

„Kreisende Hummeln bedeuten Gefahr.“
→ Dabei handelt es sich oft um Männchen, die im Frühsommer auf Jungköniginnen warten.

Vertiefung
Die folgenden Abschnitte vertiefen Biologie, Verhalten und ökologische Zusammenhänge.

Erkennungsmerkmale

Bombus hypnorum, die Baumhummel, ist eine mittelgroße Hummelart (Königin 15–22 mm, Arbeiterinnen 9–15 mm, Drohnen 11–16 mm). Sie ist leicht zu erkennen an ihrem rotbraunen bis fuchsroten Thorax (Brust), dem schwarzen Hinterleib und der schneeweißen Hinterleibsspitze. Das Gesicht ist meist dunkel behaart. Im Gegensatz zu anderen Hummelarten fehlen ihr gelbe Querbinden.

Lebensraum/Verbreitung

Die Baumhummel ist in ganz Europa weit verbreitet und hat sich in den letzten Jahrzehnten stark nach Norden und Westen ausgebreitet. Sie bewohnt vielfältige Lebensräume: lichte Wälder, Waldränder, Parks, Gärten, Streuobstwiesen und sogar urbane Gebiete. Besonders typisch ist ihre Vorliebe für Nistplätze oberhalb des Bodens, z. B. in Vogelkästen, Dachböden, Rollladenkästen oder Hohlräumen in Bäumen.

Lebensweise/Verhalten

Bombus hypnorum ist ein typischer Vertreter der sozialen Hummeln: Eine Jungkönigin gründet im Frühjahr ein Nest, in dem später 50 bis über 400 Arbeiterinnen leben können. Die Nester liegen fast immer erhöht. Die Art ist sehr anpassungsfähig und nistet auch mitten in der Stadt. Baumhummeln sind bereits ab März unterwegs, manchmal sogar vor anderen Hummelarten. Sie fliegen viele Blütenpflanzen an, darunter Obstbäume, Beerensträucher, Weiden, Himbeeren und Zierpflanzen. Die Arbeiterinnen kümmern sich um Brutpflege, Nahrungssuche und Nestbau. Im Hochsommer erscheinen Drohnen und neue Jungköniginnen, das Volk löst sich meist im Juli/August auf.

Rolle im Ökosystem

Baumhummeln sind wichtige Bestäuber für Obstbäume, Beerensträucher und zahlreiche Wild- und Kulturpflanzen. Durch ihre frühe Flugzeit übernehmen sie eine Schlüsselrolle bei der Bestäubung von Frühblühern und sichern so die Versorgung anderer Tierarten.

Gefährdung/Schutz

Bombus hypnorum ist nicht gefährdet, sondern in vielen Regionen auf dem Vormarsch. Trotzdem profitieren auch Baumhummeln vom Verzicht auf Pestizide, dem Erhalt naturnaher Gärten, Nistmöglichkeiten (z.B. Hummelkästen, Vogelkästen), sowie von einem vielfältigen Blütenangebot im Frühling und Sommer.

Wissenswertes/Funfacts

Die Baumhummel ist eine der „Neuen“ unter den Hummeln in vielen Regionen Mitteleuropas: Noch vor wenigen Jahrzehnten war sie selten, inzwischen ist sie eine der häufigsten Hummelarten in Siedlungen und Gärten! Sie ist für ihre hohe Anpassungsfähigkeit bekannt – Nester werden gerne in belebter Umgebung und auch nah am Menschen gebaut, sogar auf Balkonen oder in Rollladenkästen. Im Frühling sind Baumhummeln oft die ersten Hummeln an Blütenbüschen und Weidenkätzchen. Ihr typischer „Hummelstaat“ ist kleiner als bei Erdhummeln, dafür entwickelt er sich sehr schnell. Ein lustiges Detail: Drohnen patrouillieren oft auffällig vor dem Nesteingang – sie sind aber, wie alle männlichen Hummeln, völlig harmlos und können nicht stechen.

Weiterführende Links

Diese Art ist Teil des Insecticon-Quartetts.