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Admiral

(Vanessa atalanta)

Der Admiral ist einer der bekanntesten Wanderfalter Europas und fällt durch seine kontrastreiche schwarz-rote Zeichnung sofort ins Auge. Man begegnet ihm häufig, weil er flexibel ist, große Distanzen zurücklegt und sowohl naturnahe Landschaften als auch Gärten und Städte nutzt. Besonders im Spätsommer wird er auffällig, wenn er sich an Fallobst sammelt.

Wo begegnet dir diese Art?

• An sonnigen Waldrändern, in Gärten, Parks und auf Streuobstwiesen

• Häufig an Fallobst, Baumsäften oder reifen Früchten im Spätsommer und Herbst

• Auf blütenreichen Flächen, besonders an Disteln, Wasserdost oder Sommerflieder

• Früh im Jahr oft an Hauswänden oder Holzstapeln, wo überwinternde Falter auftauchen

• Im Alltag manchmal für einen einheimischen „Ganzjahresfalter“ gehalten, obwohl viele Tiere zugewandert sind

Nahrung

Die Falter nutzen Nektar, Baumsaft und gärende Früchte, während die Raupen ausschließlich an Brennnesseln fressen.

Struktur

Wichtig sind strukturreiche Landschaften mit Brennnesselbeständen, Blühpflanzen und Rückzugsräumen.

Entwicklung

Wichtig sind strukturreiche Landschaften mit Brennnesselbeständen, Blühpflanzen und Rückzugsräumen.

Mikroklima

Die Raupen wachsen einzeln geschützt in zusammengesponnenen Brennnesselblättern heran.

Häufige Irrtümer

„Der Admiral überwintert immer bei uns.“
→ Nicht ganz. Viele Individuen wandern im Herbst nach Süden, nur ein Teil versucht in milden Regionen zu überwintern.

„Er braucht vor allem Blumen.“
→ Blüten sind wichtig, aber im Spätsommer sind Fallobst und Baumsäfte oft entscheidender.

„Wanderfalter sind seltene Ausnahmen.“
→ Der Admiral ist ein regelmäßiger, jährlicher Wanderfalter mit stabilen Zugbewegungen.

Vertiefung
Die folgenden Abschnitte vertiefen Biologie, Verhalten und ökologische Zusammenhänge.

Erkennungsmerkmale

Vanessa atalanta, der Admiral, ist ein großer, auffällig gefärbter Tagfalter mit einer Flügelspannweite von etwa 50–60 mm. Die Flügeloberseiten sind samtig schwarz mit leuchtend roten Querbändern und weißen Flecken an den Vorderflügelspitzen. Die Hinterflügel zeigen einen roten Rand. Die Flügelunterseiten sind braun, grau und schwarz gemustert – als perfekte Tarnung beim Ruhen.

Lebensraum/Verbreitung

Der Admiral ist in ganz Europa, Nordafrika, Asien und Nordamerika verbreitet. Er bewohnt zahlreiche Lebensräume: Wälder, Waldränder, Gärten, Parks, Wiesen, Hecken und Feldraine. Besonders im Spätsommer und Herbst ist er häufig auf Fallobst und in blütenreichen Gärten zu beobachten.

Lebensweise/Verhalten

Vanessa atalanta ist ein Wanderfalter. Die meisten Tiere wandern im Frühjahr aus dem Mittelmeerraum nach Mitteleuropa ein, wo sie sich vermehren. Die Nachkommen fliegen im Herbst oft wieder Richtung Süden zurück. Die Raupen leben einzeln, eingesponnen in zusammengerollten Blättern von Brennnesseln, seltener Hopfen oder Disteln. Der Admiral fliegt in mehreren Generationen von April bis Oktober. Die Falter saugen Nektar an Disteln, Wasserdost, Schmetterlingsflieder, im Herbst auch gern an Fallobst oder Baumsäften. Einzelne Falter überwintern mittlerweile sogar in milden Regionen Mitteleuropas.

Rolle im Ökosystem

Der Admiral ist ein wichtiger Bestäuber und Teil der Nahrungskette – als Raupe und Falter Beute für Vögel, Spinnen und Insektenjäger. Er trägt zur Verbreitung der Brennnessel als Raupennahrungspflanze bei und ist durch seine weiten Wanderungen ein Symbol für die Vernetzung von Lebensräumen.

Gefährdung/Schutz

Vanessa atalanta ist in Mitteleuropa nicht gefährdet und vielerorts häufig. Der Admiral profitiert von blütenreichen Gärten, Streuobstwiesen und naturnahen Brachen. Wichtig sind das Stehenlassen von Brennnesseln als Raupenfutter und der Verzicht auf Pestizide. Wandernde Populationen sind auf ein enges Netz blütenreicher Biotope angewiesen.

Wissenswertes/Funfacts

Der Admiral ist einer der bekanntesten Wanderfalter Europas: Jedes Jahr fliegen viele Admirale im Frühling mehrere hundert bis über tausend Kilometer aus dem Mittelmeerraum nach Norden – eine echte Leistung für so ein zartes Tier! Im Spätsommer sieht man ihn oft auf Fallobst sitzen, wo er gärende Säfte liebt und auch schon mal leicht beschwipst wirken kann. Sein englischer Name „Red Admiral“ bezieht sich auf die auffälligen roten Bänder, die wie Ordensstreifen auf einer Uniform wirken. Besonders clever: Die Raupen spinnen sich ein Blattzelt, in dem sie vor Fressfeinden und Wettereinflüssen sicher sind. Und: Immer mehr Admirale versuchen inzwischen, in milden Wintern bei uns zu überwintern – ein kleiner Hinweis auf den Klimawandel.

Weiterführende Links

Diese Art ist Teil des Insecticon-Quartetts.