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Feldgrille

(Gryllus campestris)

Die Feldgrille ist eine große, dunkle Bodenheuschrecke aus der Familie der Echten Grillen. Sie ist bekannt für ihren charakteristischen Gesang der Männchen, der gerade an warmen Tagen oft zu hören ist.

Wo begegnet dir diese Art?

  • Auf offenen, warmen und trockenen Wiesen, Hängen, Heideflächen oder Kiesgruben. 

  • Häufig in Bereichen mit geringerer Vegetationshöhe und viel Sonne. 

  • Am Boden oder nahe dem Erdboden, selten fliegend. 

  • Aktiv besonders im Frühjahr und Sommer, oft nachmittags und abends.

Nahrung

Feldgrillen sind Allesfresser, nehmen aber vor allem pflanzliche Nahrung wie Blätter und Wurzeln auf; gelegentlich werden auch kleine Bodentiere oder deren Kadaver gefressen

Struktur

Warme, sonnige Offenlandstandorte mit lockerem Boden und Vegetationslücken sind entscheidend.

Entwicklung

Warme, sonnige Offenlandstandorte mit lockerem Boden und Vegetationslücken sind entscheidend.

Mikroklima

Sie graben Erdröhren mit breitem Eingang in den Boden, in denen sie leben, rufen und ihre Eier ablegen.

Häufige Irrtümer

„Die Feldgrille lebt auf Wiesen mit hohem Gras.“
→ Tatsächlich bevorzugt sie kurzrasige, offene Flächen.

„Jede Feldgrille kann singen.“
→ Nur geschlechtsreife Männchen produzieren den Gesang, um Weibchen anzulocken und Reviere zu markieren; Weibchen sind stumm.

„Grillen sind vor allem nachtaktiv.“
→ Feldgrillen sind auch tagsüber aktiv, besonders bei Wärme und Sonne.

Vertiefung
Die folgenden Abschnitte vertiefen Biologie, Verhalten und ökologische Zusammenhänge.

Erkennungsmerkmale

Gryllus campestris, der Feldgrill, ist ein kräftig gebauter Vertreter der Langfühlerschrecken mit einer Körperlänge von 20–26 mm (Weibchen etwas größer als Männchen). Der Körper ist überwiegend schwarz, oft mit leicht bräunlichen Flügeldecken. Die Vorderflügel (Tegmina) der Männchen sind verkürzt und dienen als „Geige“ für den Gesang. Die Hinterflügel sind bei beiden Geschlechtern stark reduziert und ragen nicht über den Körper hinaus. Weibchen besitzen eine lange, gerade Legeröhre (Ovipositor) von etwa 12–15 mm Länge. Die Antennen sind fadenförmig und deutlich länger als der Körper.

Lebensraum/Verbreitung

Die Feldgrille ist in West- und Mitteleuropa verbreitet, fehlt aber in großen Teilen Nordeuropas. Sie bewohnt trockene bis mäßig trockene, kurzrasige Standorte wie Magerwiesen, Trockenrasen, Weiden, Heiden, Wegränder und grasige Böschungen. Wichtig sind sonnige, ungestörte Flächen mit geeigneten Bodenverhältnissen für den Bau seiner Wohnröhren.

Lebensweise/Verhalten

Feldgrillen sind bodenbewohnend und verbringen den Großteil ihres Lebens in selbstgegrabenen, bis zu 30 cm langen Wohnröhren. Sie sind vor allem tagaktiv, aber auch in warmen Nächten aktiv. Männchen locken die Weibchen von Mai bis Juli mit ihrem lauten, rhythmischen Zirpen an, das sie am Röhreneingang erzeugen. Die Tiere ernähren sich omnivor von Pflanzenteilen, Samen, Insektenkadavern und gelegentlich kleinen lebenden Insekten. Die Eier werden in den Boden gelegt, die Jungtiere schlüpfen im Sommer und überwintern als halbwüchsige Nymphen.

Rolle im Ökosystem

Feldgrillen sind wichtige Bodenbewohner, die durch ihre Röhren den Boden lockern und belüften. Sie dienen zudem als Nahrung für viele Vogelarten, Reptilien, Kleinsäuger und räuberische Insekten.

Gefährdung/Schutz

In vielen Regionen sind Feldgrillen rückläufig, vor allem durch intensive Landwirtschaft, Überweidung, häufige Mahd und Lebensraumverlust. In Teilen Deutschlands stehen sie auf der Vorwarnliste oder sind regional gefährdet. Schutzmaßnahmen umfassen den Erhalt ungestörter, extensiv genutzter Trocken- und Magerwiesen sowie die Vermeidung häufiger Bodenstörungen.

Wissenswertes/Funfacts

Das laute „Grillen“ der Männchen gehört zu den typischen Sommergeräuschen traditioneller Wiesenlandschaften. Feldgrillen sind äußerst standorttreu. Sie sind sehr scheu – bei Annäherung verschwinden sie blitzartig in ihren Röhren und spähen manchmal vorsichtig heraus, bevor sie sich wieder hinauswagen.

Weiterführende Links

Diese Art ist Teil des Insecticon-Quartetts.