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Siebenpunkt Marienkäfer

(Coccinella septempunctata)

Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist einer der bekanntesten und häufigsten Marienkäfer Europas. Er ist leicht an seinem rot-orangenen Rücken mit sieben schwarzen Punkten zu erkennen und gehört zur Familie der Marienkäfer (Coccinellidae).

Wo begegnet dir diese Art?

  • In Gärten, Parks, Wiesen, Feldrainen und Hecken überall dort, wo Blattläuse vorkommen.

  • Auch auf landwirtschaftlichen Flächen mit Blattlausbefall. 

  • Aktiv von Frühjahr bis Herbst (etwa März–Oktober), danach sucht sie Winterquartiere. 

  • Überwintert in geschützten Stellen wie Laub, Grasbüscheln oder Gebäuden.

Nahrung

Sowohl Erwachsene als auch Larven ernähren sich überwiegend räuberisch von Blattläusen, sind aber auch bereit, bei Knappheit andere kleine Insekten, Pollen oder Nektar zu fressen.

Struktur

Offene, blüten- und vegetationsreiche Habitate mit reichlich Blattläusen sind zentral — von Wiesen und Feldern bis Gärten und Strauchgruppen.

Entwicklung

Offene, blüten- und vegetationsreiche Habitate mit reichlich Blattläusen sind zentral — von Wiesen und Feldern bis Gärten und Strauchgruppen.

Mikroklima

Weibchen legen ihre Eier in der Nähe von Blattlauskolonien ab; die Larven durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien, bevor sie sich verpuppen und zu adulten Käfern werden.

Häufige Irrtümer

„Das ist nur ein hübsches Käferchen.“
→ Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist ein räuberischer Nützling, der aktiv Blattläuse und andere kleine Schädlinge frisst. 

„Marienkäfer sind alle gleich.“
→ Es gibt viele Arten, aber Coccinella septempunctata ist durch die sieben charakteristischen Punkte und häufige Präsenz in Pflanzenstandorten besonders typisch. 

„Sie sind Schädlinge.“
→ Obwohl sie Blattläuse fressen, schaden Marienkäfer Pflanzen nicht; sie sind im Gegenteil wichtige Helfer im natürlichen Schädlingsregulierungssystem.

Vertiefung
Die folgenden Abschnitte vertiefen Biologie, Verhalten und ökologische Zusammenhänge.

Erkennungsmerkmale

Coccinella septempunctata, der Siebenpunkt-Marienkäfer, ist einer der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Marienkäfer Europas. Er wird etwa 5–8 mm lang, ist rundlich gewölbt und glänzend rot gefärbt. Typisch und unverwechselbar sind die sieben schwarzen Punkte auf den Deckflügeln (je drei pro Flügel, einer in der Mitte beider Flügeldecken nahe dem Halsschild). Das Halsschild ist schwarz mit zwei weißen Flecken an den Seiten, die Beine und der Kopf sind ebenfalls schwarz.

Lebensraum/Verbreitung

Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist in ganz Europa, Nordafrika und weiten Teilen Asiens heimisch. Er lebt in sehr unterschiedlichen Lebensräumen: auf Wiesen, Feldern, in Gärten, Parks, Waldrändern und selbst im Siedlungsbereich. Überall dort, wo Blattläuse vorkommen, ist auch der Siebenpunkt zu finden. Seit einigen Jahrzehnten ist er zudem als „biologischer Schädlingsbekämpfer“ in vielen Regionen der Welt (z.B. Nordamerika) ausgesetzt worden.

Lebensweise/Verhalten

Coccinella septempunctata ist ein ausgesprochener Räuber: Die Käfer und ihre Larven ernähren sich fast ausschließlich von Blattläusen. Ein einziger Marienkäfer kann im Laufe seines Lebens mehrere Tausend Blattläuse vertilgen. Nach der Paarung im Frühling legt das Weibchen die Eier bevorzugt in Blattlauskolonien ab. Die Larven sind länglich, grau bis schwarz mit orangefarbenen Flecken und sehr gefräßig. Nach mehreren Häutungen verpuppen sie sich meist an Pflanzenstängeln. Die erwachsenen Käfer überwintern oft in größeren Gruppen an geschützten Stellen, z. B. unter Rinde, in Laub oder in Gebäuden.

Rolle im Ökosystem

Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist einer der wichtigsten natürlichen Feinde von Blattläusen und trägt wesentlich zur Kontrolle dieser Insekten bei. Er ist damit ein gern gesehener Gast für Landwirte und Gärtner und ein unverzichtbarer Teil des ökologischen Gleichgewichts in vielen Lebensräumen. Außerdem dienen die Käfer als Nahrung für verschiedene Vögel und andere Insektenfresser.

Gefährdung/Schutz

Coccinella septempunctata gilt in Mitteleuropa als ungefährdet und ist weit verbreitet. Allerdings steht er durch die Konkurrenz des Asiatischen Marienkäfers (Harmonia axyridis) lokal unter Druck. Lebensraumverlust und Pestizide können die Bestände beeinflussen, insgesamt ist der Siebenpunkt aber sehr anpassungsfähig. Ein Schutzstatus ist nicht erforderlich, naturnahe Gärten und der Verzicht auf Spritzmittel fördern seinen Bestand.

Wissenswertes/Funfacts

Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist nicht nur Glücksbringer, sondern auch ein kleiner Räuber mit großem Appetit: Im Laufe seines Lebens vertilgt er hunderte Blattläuse. Seine auffällige rote Farbe mit den schwarzen Punkten ist ein Warnsignal an Fressfeinde – denn bei Gefahr sondert er eine gelbe, bitter schmeckende Flüssigkeit ab, die potenzielle Angreifer abschreckt. Der Siebenpunkt ist der klassische „Marienkäfer“ in Europa, viele Märchen, Lieder und Kindergeschichten drehen sich um ihn. In kalten Wintern überstehen Marienkäfer die frostigen Temperaturen durch ein eigenes „Frostschutzmittel“. Ein kurioser Fakt: Die Anzahl der Punkte ist zwar namensgebend, aber kein Hinweis auf das Alter des Käfers, wie viele Menschen glauben.

Weiterführende Links

Diese Art ist Teil des Insecticon-Quartetts.