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Zitronenfalter

(Gonepteryx rhamni)

Der Zitronenfalter ist ein markanter Weißling mit zitronengelber (Männchen) bzw. blass grünlich-weißer (Weibchen) Färbung. Er gilt als einer der ältesten und langlebigsten Schmetterlinge Europas und war in Deutschland „Insekt des Jahres 2002“.

Wo begegnet dir diese Art?

  • In Wäldern, an Waldrändern und Gebüschen, besonders entlang schattiger Wege und Lichtungen. 

  • Auch in Gärten, Parkanlagen und offenen Landschaften, wenn Nektarquellen vorhanden sind.

  • Aktiv von Frühjahr bis Herbst – oft schon ab März/April nach der Überwinterung. 

  • Falter fliegen allein oder entlang Hecken und Besuchspflanzen

Nahrung

Erwachsene Falter saugen Nektar an verschiedenen Blüten, insbesondere Disteln, Klee, Wiesenkräutern und anderen Wildblumen.

Struktur

Offene, strukturelle Übergangsbereiche zwischen Gehölzen, Hecken und Wiesen mit reichlich Blütenangebot sind zentral.

Entwicklung

Offene, strukturelle Übergangsbereiche zwischen Gehölzen, Hecken und Wiesen mit reichlich Blütenangebot sind zentral.

Mikroklima

Weibchen legen ihre Eier einzeln an der Unterseite der Blätter ihrer Futterpflanzen ab (Kreuzdorn Rhamnus, Faulbaum Frangula). Die Raupen fressen dort und sind gut getarnt.

Häufige Irrtümer

  • „Das ist nur ein gelber Weißling.“
    → Zitronenfalter sind leichter zu erkennen: die Vorderflügel sind markant zugespitzt und die Färbung der Männchen ist kräftig gelb-zitronig, die der Weibchen blass-grünlich. 

  • „Schmetterlinge leben nur kurz.“
    Gonepteryx rhamni gehört zu den langlebigsten europäischen Faltern – einzelne Individuen können bis zu 11–13 Monate alt werden.

  • „Die Raupen fressen beliebige Blätter.“
    → Die Raupen sind spezialisiert auf Futterpflanzen der Kreuzdorn- und Faulbaum-Gattung.

Vertiefung
Die folgenden Abschnitte vertiefen Biologie, Verhalten und ökologische Zusammenhänge.

Erkennungsmerkmale

Die Männchen sind leuchtend zitronengelb gefärbt, während die Weibchen eher blass grünlich-weiß erscheinen. Beide Geschlechter haben an den Flügelspitzen auffällig spitze, blattähnliche Ausziehungen sowie kleine orange Flecken in der Flügelmitte. Die Unterseite der Flügel ist grünlich und erinnert stark an ein Blatt – ein hervorragender Schutz vor Fressfeinden durch perfekte Tarnung.

Lebensraum/Verbreitung

Der Zitronenfalter ist in ganz Europa weit verbreitet und fehlt nur im hohen Norden und in einigen Küstenregionen. Er besiedelt vor allem lichte Wälder, Waldränder, Gebüsche, Hecken, Parks und Gärten, überall dort, wo die Raupenfutterpflanzen – insbesondere Faulbaum (Frangula alnus) und Kreuzdorn (Rhamnus cathartica) – wachsen.

Lebensweise/Verhalten

Zitronenfalter sind besonders langlebig: Die meisten Falter schlüpfen im Hochsommer, überwintern als erwachsene Tiere und können bis zu zwölf Monate alt werden – ein Rekord unter den heimischen Tagfaltern! Die Überwinterung erfolgt an geschützten, immergrünen Pflanzen, wo sie dank ihrer Blatt-Tarnung kaum zu entdecken sind. Im Frühjahr, oft schon an den ersten warmen Sonnentagen, sind die Zitronenfalter dann wieder die ersten Schmetterlinge, die durch unsere Landschaft flattern. Nach der Paarung im Frühjahr legt das Weibchen die Eier einzeln an die Blätter der Futterpflanzen. Die Raupen fressen an Faulbaum und Kreuzdorn und verpuppen sich im Frühsommer zu einem auffällig gebogenen, grünen Gürtelpuppe.

Rolle im Ökosystem

Der Zitronenfalter ist eine wichtige Bestäuber-Art: Erwachsene ernähren sich von Nektar zahlreicher Wild- und Kulturpflanzen, insbesondere Frühblüher. Raupen ernähren sich spezialisiert nur von Kreuzdorngewächsen. Durch seinen Lebenszyklus zeigt er hohe Anpassungsfähigkeit – hin und wieder große Verbreitung, gilt aber insgesamt als stabil frequentierte Art. Seine Präsenz signalisiert artenreiche, naturnahe Lebensräume – er ist aber kein Bioindikator im klassischen Sinne der Roten Liste, da er weit verbreitet und nicht lokal extrem selten ist.

Gefährdung/Schutz

In Deutschland und Europa gilt der Zitronenfalter als ungefährdet. Trotz verbreiteter Lebensräume bleiben die Bestände stabil. Doch wie bei vielen Tagfaltern sind Rückgang von strukturreichen Lebensräumen, intensive Nutzung und Lebensraumverlust potenziell problematisch. Schutz fördern artenreiche Hecken, Kreuzdorngewächse im Garten, naturnahe Gebüschsäume und Vermeidung von Pestiziden.

Wissenswertes/Funfacts

Der Zitronenfalter ist ein echtes Langzeitwunder unter den heimischen Schmetterlingen, denn kaum ein anderer Tagfalter wird so alt wie er. Seine perfekte Tarnung als „lebendes Blatt“ macht ihn fast unsichtbar für Räuber – sogar im Winter, wenn er einfach an immergrünen Pflanzen überwintert. Besonders spannend: Zitronenfalter überstehen eisige Temperaturen von weit unter null Grad, indem sie ihren Körper mit „Frostschutzmitteln“ anreichern. Die Männchen sind leuchtend gelb und gehören zu den ersten bunten Farbtupfern nach dem Winter. Manche Forschende vermuten sogar, dass der Name „Schmetterling“ von der buttrigen Farbe des Zitronenfalters inspiriert sein könnte.

Weiterführende Links

Diese Art ist Teil des Insecticon-Quartetts.