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Steinhummel

(Bombus lapidarius)

Die Steinhummel ist eine weit verbreitete, sozial lebende Hummel mit charakteristischem schwarzem Körper und leuchtend rot-oranger Hinterleibsspitze. Sie ist in Mitteleuropa eine der häufigsten Hummelarten und wichtig für die Bestäubung vieler Blüten.

Wo begegnet dir diese Art?

  • In Gärten, Parks, Wiesen, Feldrainen und offenen Landschaften, überall dort, wo Blüten stehen und Pollen verfügbar sind.

  • Oft bereits im Frühjahr bis in den Herbst aktiv. 

  • Sie ist nicht auf enge Spezialstandorte beschränkt, sondern tritt häufig in vielfältigen, blütenreichen Habitaten auf. 

  • Nester findet man oft unter Steinen, Mauern oder in Erdspalten, daher der deutsche Name „Steinhummel“.

Nahrung

Die Art sammelt Nektar und Pollen an einer Vielzahl von Blütenpflanzen; sie ist dabei allgemein, aber ein effizienter Bestäuber.

Struktur

Offene, strukturreiche Lebensräume mit reichlich Blütenangebot – von extensiv gepflegten Gärten über Wiesen bis zu Waldrändern.

Entwicklung

Offene, strukturreiche Lebensräume mit reichlich Blütenangebot – von extensiv gepflegten Gärten über Wiesen bis zu Waldrändern.

Mikroklima

Die Art baut ihre Nester meist bodennah, oft in vorhandenen Hohlräumen, unter Steinen oder Mauerspalten.

Häufige Irrtümer

„Das ist nur eine schwarze Hummel mit rotem Schwanz.“
→ Dieser einfache Eindruck verkennt ihre ökologische Rolle: Bombus lapidarius ist eine effektive Bestäuberin vieler Blütenpflanzen und keine zufällige Art. 

„Hummeln wie diese sind selten geworden.“
→ Zwar können lokale Populationen durch Habitatverlust leiden, aber B. lapidarius ist insgesamt weit verbreitet und häufig in passenden Lebensräumen.

„Sie sind wie Honigbienen organisiert.“
→ Steinhummeln leben sozial in Staaten mit Königin, Arbeiterinnen und Drohnen, aber ihr Nest und ihre Lebensweise unterscheiden sich deutlich von Honigbienen.

Vertiefung
Die folgenden Abschnitte vertiefen Biologie, Verhalten und ökologische Zusammenhänge.

Erkennungsmerkmale

Arbeiterinnen und Königinnen sind pechschwarz behaart, wobei die letzten drei bis sechs Hinterleibssegmente kräftig orange-rot gefärbt sind. Königinnen messen rund 20–22 mm, Arbeiterinnen etwa 12–16 mm und Drohnen 14–16 mm. Männchen tragen zusätzlich eine gelbe Querbinde am Brustansatz und gelbe Haare im Gesicht, die bis zu den Fühlern reichen. Das mittellange Rüsselmaß macht sie zu effizienten Bestäubern von Kleearten und Taubnesseln.

Lebensraum/Verbreitung

Die Steinhummel ist in ganz Europa verbreitet; ihre Verbreitung reicht in Nordeuropa bis zum Polarkreis und in den Alpen bis etwa 2000 m Höhe. Sie bewohnt vielfältige Lebensräume – von Trockenrasen, Streuobstwiesen und Waldrändern bis zu naturnahen Parks, Gärten und Siedlungsrandflächen. Ihren Namen verdankt sie der Vorliebe ihrer Königinnen, unter Steinhaufen, in Trockenmauern, Felsspalten oder verlassenen Mäusenestern zu nisten – teils auch in Dachböden oder Vogelnistkästen.

Lebensweise/Verhalten

Die Flugzeit reicht von März bis Oktober. Jungköniginnen erscheinen ab Ende März und gründen im ersten Nest Eier, aus denen Arbeiterinnen schlüpfen. Ab Juli entstehen Drohnen und neue Königinnen, die sich paaren und überwintern – alte Königin, Drohnen und Arbeiterinnen sterben anschließend. Eine typische Kolonie umfasst 100 bis 300 Tiere. Im Nest legen die Arbeiterinnen Pollen in speziellen Wachsbauten (Pollenstorer-System) ab und ernähren die Larven individuell. Die Steinhummel verlässt das Nest häufig erst zwei bis drei Stunden nach Sonnenaufgang und kehrt relativ früh zurück – typisch für ihre ruhige Tagesaktivität.

Rolle im Ökosystem

Als Generalistin bestäubt die Steinhummel viele Pflanzenarten (mindestens 248 dokumentierte Arten), darunter zahlreiche Kulturpflanzen, und ist dabei besonders effizient auch bei höheren Temperaturen. Sie stellt eine wichtige Nahrungsquelle für andere Tierarten dar und trägt so wesentlich zu Biodiversität und funktionierenden Ökosystemen bei. Ihre Präsenz gilt als Indikator für naturnah bewirtschaftete Lebensräume.

Gefährdung/Schutz

Obwohl die Steinhummel in Europa weit verbreitet und häufig ist, sind auch ihre Bestände nicht völlig gefeit: Verlust artenreicher Wiesen, Pestizideinsatz und Zerstörung von Nistplätzen beeinträchtigen sie zunehmend.

Wissenswertes/Funfacts

Jungköniginnen zeigen starke Standorttreue: Sie kehren oft zum gleichen Nistplatz zurück, an dem sie selbst geschlüpft sind – über Generationen. Als friedfertige Hummeln stechen sie nur im äußersten Notfall. Vor einem Stich warnen sie zunächst durch markantes Beinheben, im Ernstfall legen sie sich brummend auf den Rücken, um den Hinterleib mit Stachel entgegenzustrecken (“Zweisprung-Abwehr”)

Weiterführende Links

Diese Art ist Teil des Insecticon-Quartetts.