Die Marmorierte Baumwanze ist eine aus Ostasien stammende Stinkwanzenart, die sich in Europa und Nordamerika als invasive Art etabliert hat und dort zunehmend in Gärten, Obstplantagen und Feldern vorkommt.
Aktiv von spätem Frühling bis Herbst bei warmem Wetter. Erwachsene Tiere suchen im Herbst geschützte Quartiere zur Überwinterung.
Die Marmorierte Baumwanze ist in Gärten, Parks, Obstgärten und an Feldrändern zu finden, oft an Bäumen und Sträuchern. Im Herbst sucht sie auch Schutz an Gebäuden und Hauswänden.
Eine Vielzahl von Kultur- und Wildpflanzen, insbesondere Obstbäume, Beerensträucher und Gemüsekulturen.
Strukturreiche Lebensräume mit verschiedenen Nahrungs- und Wirtsarten, insbesondere Obstbäumen, Beerensträuchern und Gemüsekulturen.
Weibchen legen ihre Eier auf Pflanzenteile ab; die Larven durchlaufen fünf Nymphenstadien bis zum adulten Tier.
Die Marmorierte Baumwanze bevorzugt warme, sonnige und eher trockene Mikroklimata in strukturreichen Lebensräumen. Sie hält sich häufig an Waldrändern, Gärten, Obstanlagen und Siedlungsbereichen auf und nutzt geschützte Spalten, Gebäude oder andere wärmespeichernde Strukturen zur Überwinterung.
„Diese Wanze ist einfach eine weitere heimische Art.“
*Halyomorpha halys* ist eine eingeschleppte invasive Art, die inzwischen in vielen Teilen Europas und Nordamerikas vorkommt.
„Sie ist harmlos wie andere Stinkwanzen.“
Zwar gehört sie zur selben Familie wie viele einheimische Stinkwanzen, jedoch ist sie bei uns eine Gefahr für das Ökosystem, da sie keine natürlichen Feinde hat.
„Wenn sie stinkt, ist sie gefährlich für Menschen.“
Die stinkende Abwehrflüssigkeit ist unangenehm, aber nicht giftig; sie dient der Verteidigung, nicht dem Angriff.
Halyomorpha halys, die Marmorierte Baumwanze, wird etwa 12–17 mm lang und hat eine schildförmige Körperform. Die Oberseite ist marmoriert grau-braun gefärbt mit einer feinen Zeichnung, die der Art ihren deutschen Namen verleiht. Auffällig sind die weiß-schwarz gestreiften Fühler sowie die abwechselnd hell und dunkel gebänderten Ränder des Hinterleibs („Connexivum“). Die Unterseite ist meist heller, die Beine weisen ebenfalls helle Querstreifen auf. Im Vergleich zu heimischen Schildwanzen wirkt H. halys insgesamt etwas breiter und kontrastreicher gezeichnet.
Die Art stammt ursprünglich aus Ostasien (China, Japan, Korea) und hat sich seit den 1990er Jahren als invasive Art in Nordamerika und seit etwa 2004 auch in Europa verbreitet. In Deutschland wurde sie erstmals 2011 nachgewiesen und breitet sich seither rasant aus, besonders im Südwesten, aber zunehmend auch in anderen Regionen. Sie bevorzugt wärmere, strukturreiche Gebiete mit vielen Gehölzen und Obstbäumen, wird aber auch in Städten und an Hauswänden gefunden, vor allem im Herbst.
Halyomorpha halys ist polyphag, ernährt sich also von einer Vielzahl von Pflanzenarten, darunter zahlreiche Obst- und Gemüsepflanzen wie Apfel, Birne, Kirsche, Tomate, Paprika und viele mehr. Sie saugt mit ihrem Stechrüssel an Früchten, Samen und Blättern, was zu Flecken und Missbildungen führen kann. Besonders im Herbst suchen erwachsene Tiere geschützte Quartiere zur Überwinterung und dringen dabei oft in Häuser ein – manchmal in großer Zahl. Die Eiablage erfolgt an Blattunterseiten, die Larven durchlaufen fünf Nymphenstadien und ähneln zunächst Marienkäfern, bevor sie das typische Wanzenmuster ausbilden. Die Art kann unter günstigen Bedingungen mehrere Generationen pro Jahr ausbilden.
In ihrer Heimat ist die Marmorierte Baumwanze ein Teil der natürlichen Nahrungskette, wird dort aber durch spezialisierte Parasitoide und Räuber reguliert. In neuen Lebensräumen fehlen solche Feinde meist, wodurch die Population stark anwachsen kann. Sie wird als landwirtschaftlicher Schädling gefürchtet, da sie erhebliche Schäden an Obst und Gemüse verursacht und damit wirtschaftlich relevant ist. Für die natürliche Biodiversität in Mitteleuropa ist sie bislang aber kaum problematisch, weil sie keine einheimischen Arten direkt verdrängt.
Halyomorpha halys ist in Europa und Nordamerika nicht gefährdet, sondern als invasive Art eher ein Problemfall. Sie benötigt keinen Schutz, sondern wird vielmehr regional bekämpft, um Schäden in der Landwirtschaft zu verhindern. In ihrer ursprünglichen Heimat wird die Art durch natürliche Feinde reguliert. Forschungsprojekte zur biologischen Bekämpfung laufen, etwa mit parasitischen Schlupfwespen (Trissolcus japonicus), die gezielt zur Eindämmung eingesetzt werden könnten.
Die Marmorierte Baumwanze ist ein echtes Globalisierungs-Phänomen: Erst in den 1990ern in den USA, wenig später in Europa eingeschleppt, hat sie sich blitzschnell in unseren Städten und Obstplantagen breit gemacht. Besonders im Herbst taucht sie häufig in Wohnungen auf, weil sie hier Schutz vor Kälte sucht – manchmal in regelrechten „Wanzen-Invasionen“, die für viele Menschen lästig werden können. Ihr Geruch nach „Koriander“ oder „modrigem Apfel“ ist typisch, aber ungefährlich. Während sie für Menschen und Haustiere völlig harmlos ist, macht sie Landwirten das Leben schwer, weil sie ganze Obsternte ruinieren kann. Die Art gilt daher als Paradebeispiel für einen „Schadorganismus“, der durch den globalen Handel versehentlich verschleppt wurde.
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