Grüne Stinkwanze
Wanzen

Grüne Stinkwanze

Palomena prasina

Die Grüne Stinkwanze ist eine weithin verbreitete Wanze mit leuchtend grüner Grundfarbe, die im Herbst bronzebraun wird und im Frühjahr wieder grün hervorkommt. Sie gehört zur Familie der Baumwanzen und ist in vielen Lebensräumen Europas häufig anzutreffen.

Steckbrief

Größe
12–14 mm
Häufigkeit
nicht gefährdet
Lebensraum
Gärten, Parks, Waldränder, Wiesen, Wälder, Gebüsche, Hecken, Laubgehölze (z.B. Hasel, Holunder, Hartriegel), Obstbäume, Kräuter
Nahrung
Pflanzensäfte (Knospen, Samen, reifende Früchte, Blätter, Stängel)
Larvennahrung
Pflanzensäfte (Blätter, Früchte, Stängel, Samen)
Gruppe / Ordnung
Wanzen / Schnabelkerfe

Aktivitätszeit

Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Aktiv von Frühjahr bis Herbst, oft bis in den Spätherbst hinein. Überwintert als erwachsene Wanze.

Wo begegnet dir diese Art?

Die Grüne Stinkwanze ist in Gärten, Parks, an Waldrändern und auf Wiesen anzutreffen. Man findet sie häufig auf Laubbäumen und Sträuchern wie Linden, Erlen, Disteln, Hasel, Holunder und Hartriegel, aber auch an Obstbäumen und Kräutern. Sie ist auf Blättern, an Früchten und Samen zu finden. Im späten Herbst und Winter suchen die Tiere oft geschützte Winterquartiere, teils auch in Gebäuden.

  • Suchen Sie auf Laubbäumen und Sträuchern wie Linden, Erlen, Disteln, Hasel, Holunder oder Hartriegel.
  • Achten Sie auf Blätter, Früchte und Samen, wo sie Pflanzensäfte saugen.
  • Im Herbst können sie an sonnigen Hauswänden oder in Gebäuden auf der Suche nach Winterquartieren gefunden werden.

Was diese Art braucht

Nahrung

Pflanzensäfte, vor allem an Knospen, Samen und reifenden Früchten von Bäumen, Sträuchern und krautigen Pflanzen.

Struktur

Pflanzenreiches Grün, bevorzugt sonnige Stellen an Gehölzen und in offenen Landschaften.

Entwicklung

Weibchen legen ihre Eier in Eigelegen an der Blattunterseite ab; die Nymphen durchlaufen mehrere Stadien, bevor sie flugfähige Erwachsene werden.

Mikroklima

Die Grüne Stinkwanze bevorzugt mäßig warme, eher feuchte und strukturreiche Mikroklimata. Sie hält sich häufig in Hecken, Waldrändern, Gebüschen und an dicht belaubten Pflanzen auf, wo Vegetation Schutz vor Austrocknung, Wind und starken Temperaturschwankungen bietet.

Häufige Irrtümer

Irrtum

Diese Wanze schadet Pflanzen massiv.

Einordnung

Zwar saugt sie an Früchten und Samen, aber sie gilt nur selten als ernsthafter Pflanzenschädling im Garten oder im Ackerbau.

Irrtum

Sie ist giftig oder sticht.

Einordnung

Die Art ist nicht giftig und sticht nicht; sie kann bei Gefahr lediglich ein unangenehm riechendes Sekret absondern (typisch für Stinkwanzen).

Irrtum

Grüne Stinkwanzen sind sonstige Wanzen.

Einordnung

Palomena prasina gehört zu den Baumwanzen (Pentatomidae) und ist an ihrer Form und Lebensweise gut unterscheidbar von anderen Wanzenfamilien.

Vertiefung

Erkennungsmerkmale

Palomena prasina, die Grüne Stinkwanze, ist eine mittelgroße Schildwanze von etwa 12–14 mm Länge. Die Tiere sind im Frühjahr und Sommer auffällig frisch grün gefärbt, was ihnen eine perfekte Tarnung in der Vegetation ermöglicht. Im Herbst verfärben sie sich bräunlich, bevor sie in die Winterruhe gehen. Der Körper ist schildförmig, die Fühler sind zur Spitze hin rötlich. Die Unterseite ist meist heller, die Beine grün bis gelblich.

Lebensraum & Verbreitung

Die Grüne Stinkwanze ist in ganz Europa weit verbreitet und sehr häufig. Sie besiedelt verschiedenste Lebensräume wie Wälder, Gebüsche, Hecken, Parks und Gärten. Oft findet man sie an Laubgehölzen wie Hasel, Holunder, Hartriegel, aber auch an Obstbäumen und Kräutern. Sie besiedelt eine breite Palette von Lebensräumen mit pflanzenreichem Grün, bevorzugt aber sonnige Stellen an Gehölzen und in offenen Landschaften.

Lebensweise & Verhalten

Palomena prasina ist polyphag, ernährt sich also von vielen verschiedenen Pflanzen. Sie saugt bevorzugt an Blättern, Früchten und Stängeln, manchmal auch an Samen. Besonders im Spätsommer treten die Wanzen gelegentlich an reifem Obst auf, was zu kleinen Einstichstellen und Verfärbungen führen kann – wirtschaftlich sind die Schäden in der Regel aber gering. Die Tiere überwintern als erwachsene Wanzen in Laub, unter Rinde oder in anderen geschützten Verstecken. Im Frühjahr werden sie wieder aktiv, paaren sich und legen Eier auf Pflanzen ab. Die Larven (Nymphen) sind zunächst schwarz mit orangeroten Flecken und werden mit jedem Häutungsstadium grüner.

Rolle im Ökosystem

Die Grüne Stinkwanze ist ein typischer Bestandteil der mitteleuropäischen Insektenwelt und dient als Nahrung für verschiedene Vögel, Spinnen und räuberische Insekten. Sie trägt zur Regulation des Pflanzenwachstums bei, indem sie Saft saugt, und ist Teil der natürlichen Nahrungskette.

Gefährdung / Schutz

Palomena prasina ist in Deutschland und Mitteleuropa nicht gefährdet. Sie ist weit verbreitet und sehr anpassungsfähig, profitiert sogar von Hecken, Gärten und naturnahen Grünflächen. Ein besonderer Schutzstatus ist nicht erforderlich.

Wissenswertes

Die Grüne Stinkwanze verdankt ihren Namen einem besonderen Verteidigungsmechanismus: Bei Gefahr sondert sie aus Drüsen am Thorax ein unangenehm riechendes Sekret ab, das Fressfeinde abschreckt und auch bei Menschen manchmal die Nase kräuseln lässt! Im Herbst kommt es oft vor, dass Wanzen sich an sonnigen Hauswänden sammeln oder versehentlich ins Haus gelangen, um dort zu überwintern. Die jahreszeitliche Farbveränderung ist ein spannender Trick: Während das frische Grün im Sommer als Tarnung dient, schützt die bräunliche Herbstfärbung die Tiere vor Entdeckung, wenn das Laub fällt. Palomena prasina ist für Menschen und Haustiere völlig harmlos und trotz ihres Duftes eine faszinierende Begleiterin in Garten und Natur.

Grüne Stinkwanze – Quartett-Illustration
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