Baumhummel
Hummeln

Baumhummel

Bombus hypnorum

Die Baumhummel ist eine weit verbreitete, sozial lebende Hummelart, die sich besonders gut an oberirdische Nistplätze anpasst. Sie wirkt wegen ihres Farbkleids (braun-schwarzer Thorax, schwarzer Hinterleib mit weißer Spitze) sehr charakteristisch.

Steckbrief

Größe
Königin 15–22 mm, Arbeiterinnen 9–15 mm, Drohnen 11–16 mm
Häufigkeit
nicht gefährdet
Lebensraum
Gärten, Parks, Waldrändern, lichte Wälder, Siedlungsnähe, Streuobstwiesen, urbane Gebiete
Nahrung
Nektar und Pollen von vielen verschiedenen Blüten wie Brombeeren, Lippenblütlern, Rosengewächsen und anderen Garten- und Wildpflanzen
Larvennahrung
Die Larven werden von den Arbeiterinnen mit einem nährstoffreichen Brei aus Pollen und Nektar gefüttert. Der Pollen liefert wichtige Eiweiße für das Wachstum, der Nektar dient als Energiequelle.
Gruppe / Ordnung
Hummeln / Hautflügler

Aktivitätszeit

Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Aktiv in der Saison von Frühjahr bis Spätsommer, oft bis Ende August. Bereits ab März unterwegs, manchmal sogar vor anderen Hummelarten. Das Volk löst sich meist im Juli/August auf.

Wo begegnet dir diese Art?

Die Baumhummel ist in ganz Europa weit verbreitet und hat sich in den letzten Jahrzehnten stark nach Norden und Westen ausgebreitet. Sie bewohnt vielfältige Lebensräume.

  • In Gärten, Parks, an Waldrändern und in lichten Wäldern.
  • In Siedlungsnähe, da sie häufig künstliche Nistmöglichkeiten nutzt.
  • In Vogelnistkästen, Dachräumen, Mauerspalten oder Nischen über dem Boden.
  • Besonders typisch ist ihre Vorliebe für Nistplätze oberhalb des Bodens, z. B. in Vogelkästen, Dachböden, Rollladenkästen oder Hohlräumen in Bäumen.
  • Nester werden gerne in belebter Umgebung und auch nah am Menschen gebaut, sogar auf Balkonen oder in Rollladenkästen.

Was diese Art braucht

Nahrung

Vielfältiges Blütenangebot mit Nektar und Pollen von verschiedenen Blüten wie Brombeeren, Lippenblütlern, Rosengewächsen und anderen Garten- und Wildpflanzen.

Struktur

Strukturreiche Landschaften mit geeigneten oberirdischen Nistplätzen — alte Baumhöhlen, Nischen in Gebäuden oder Nestkästen.

Entwicklung

Strukturreiche Landschaften mit Blütenangebot und geeigneten oberirdischen Nistplätzen — alte Baumhöhlen, Nischen in Gebäuden oder Nestkästen.

Mikroklima

Oberirdische Nistplätze (z. B. in Vogelnistkästen, Mauerspalten, Dachräumen oder Höhlen).

Häufige Irrtümer

Irrtum

Baumhummeln sind aggressiv.

Einordnung

In Nestnähe zeigen sie ein ausgeprägtes Verteidigungsverhalten, das meist auf Annäherung zurückzuführen ist.

Irrtum

Anfliegende Hummeln wollen stechen.

Einordnung

Das wiederholte Anfliegen oder Anstoßen dient der Warnung und nicht dem Angriff.

Irrtum

Kreisende Hummeln bedeuten Gefahr.

Einordnung

Dabei handelt es sich oft um Männchen, die im Frühsommer auf Jungköniginnen warten.

Vertiefung

Erkennungsmerkmale

Bombus hypnorum, die Baumhummel, ist eine mittelgroße Hummelart (Königin 15–22 mm, Arbeiterinnen 9–15 mm, Drohnen 11–16 mm). Sie ist leicht zu erkennen an ihrem rotbraunen bis fuchsroten Thorax (Brust), dem schwarzen Hinterleib und der schneeweißen Hinterleibsspitze. Das Gesicht ist meist dunkel behaart. Im Gegensatz zu anderen Hummelarten fehlen ihr gelbe Querbinden.

Lebensraum / Verbreitung

Die Baumhummel ist in ganz Europa weit verbreitet und hat sich in den letzten Jahrzehnten stark nach Norden und Westen ausgebreitet. Sie bewohnt vielfältige Lebensräume: lichte Wälder, Waldränder, Parks, Gärten, Streuobstwiesen und sogar urbane Gebiete. Besonders typisch ist ihre Vorliebe für Nistplätze oberhalb des Bodens, z. B. in Vogelkästen, Dachböden, Rollladenkästen oder Hohlräumen in Bäumen.

Lebensweise / Verhalten

Bombus hypnorum ist ein typischer Vertreter der sozialen Hummeln: Eine Jungkönigin gründet im Frühjahr ein Nest, in dem später 50 bis über 400 Arbeiterinnen leben können. Die Nester liegen fast immer erhöht. Die Art ist sehr anpassungsfähig und nistet auch mitten in der Stadt. Baumhummeln sind bereits ab März unterwegs, manchmal sogar vor anderen Hummelarten. Sie fliegen viele Blütenpflanzen an, darunter Obstbäume, Beerensträucher, Weiden, Himbeeren und Zierpflanzen. Die Arbeiterinnen kümmern sich um Brutpflege, Nahrungssuche und Nestbau. Im Hochsommer erscheinen Drohnen und neue Jungköniginnen, das Volk löst sich meist im Juli/August auf.

Rolle im Ökosystem

Baumhummeln sind wichtige Bestäuber für Obstbäume, Beerensträucher und zahlreiche Wild- und Kulturpflanzen. Durch ihre frühe Flugzeit übernehmen sie eine Schlüsselrolle bei der Bestäubung von Frühblühern und sichern so die Versorgung anderer Tierarten.

Gefährdung / Schutz

Bombus hypnorum ist nicht gefährdet, sondern in vielen Regionen auf dem Vormarsch. Trotzdem profitieren auch Baumhummeln vom Verzicht auf Pestizide, dem Erhalt naturnaher Gärten, Nistmöglichkeiten (z.B. Hummelkästen, Vogelkästen), sowie von einem vielfältigen Blütenangebot im Frühling und Sommer.

Wissenswertes

Die Baumhummel ist eine der „Neuen“ unter den Hummeln in vielen Regionen Mitteleuropas: Noch vor wenigen Jahrzehnten war sie selten, inzwischen ist sie eine der häufigsten Hummelarten in Siedlungen und Gärten! Sie ist für ihre hohe Anpassungsfähigkeit bekannt – Nester werden gerne in belebter Umgebung und auch nah am Menschen gebaut, sogar auf Balkonen oder in Rollladenkästen. Im Frühling sind Baumhummeln oft die ersten Hummeln an Blütenbüschen und Weidenkätzchen. Ihr typischer „Hummelstaat“ ist kleiner als bei Erdhummeln, dafür entwickelt er sich sehr schnell. Ein lustiges Detail: Drohnen patrouillieren oft auffällig vor dem Nesteingang – sie sind aber, wie alle männlichen Hummeln, völlig harmlos und können nicht stechen.

Baumhummel – Quartett-Illustration
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